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Botschaften zu den Umstürzen
in der arabischen Welt im Frühjahr 2011

 

Stefan Andromis Herbert - vom 11.02. über die friedfertige Revolution in Ägypten und vom 24.02. über die Gewalttaten in Libyen.

 

 

Botschaft vom 24.02.11 zu den Gewalttaten in Libyen

Vor zwei Wochen veröffentlichte ich eine Botschaft über die erfolgreiche Revolution in Ägypten. Wie erwartet, gingen die Menschen danach in weiteren arabischen Ländern auf die Strassen, um es den Ägyptern gleich zu tun: Bahrain, Jemen, Algerien, Libyen. In Libyen eskaliert die Situation dramatisch, weil sich Staatschef Muammar al-Gaddafi hartnäckig an seine Macht klammert und sein Land mit Gewalt und Terror übersäht. Er kann sich eine Aufgabe oder ein Rücktritt nicht vorstellen und lieber lässt er sein Land mit sich selbst zusammen untergehen.

Heute möchte ich darüber sprechen, was die so schrecklichen Nachrichten aus Libyen für uns westliche Bürger bedeuten. Warum reagieren die europäischen Staatsführer so zurückhaltend, ja wie erstarrt, hilflos, ohne zu wissen, wie sie mit den täglichen Schreckensbildern umgehen sollen? Und was können wir als „aufgeklärte spirituelle Menschen“ für die Beendigung des Leidens in diesem Land tun?

Um diese Fragen zu beantworten, müssen wir meiner Ansicht nach 100 Jahre in die Vergangenheit schauen. Damals lebte Europa im Zeitalter des Imperialismus, geprägt von einer immer wichtiger werdenden Industrialisierung und einem immer größeren Bedarf an Rohstoffen, wie Erdöl. Diese besorgten sich die europäischen Länder aus ihren Kolonien in Afrika und im Nahen Osten. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs verloren sie zwar ihre Kolonien, doch die Beziehungen in diese Länder blieben und ihr wirtschaftlicher Aufschwung lebte unter anderem von der weiterhin bestehenden Ausbeutung dieser jetzt souverän gewordenen Staaten.

Die Staatsgrenzen wurden damals teils willkürlich festgelegt, was soziale Auseinandersetzungen zwischen arabischen oder afrikanischen Stämmen zur Folge hatte, die früher nichts miteinander gemein hatten. Weil die Bevölkerungen jener Länder bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg kein freiheitlich demokratisches Bewusstsein besaßen, funktionierten die eher künstlich erzeugten Staatsgemeinschaften nicht nach europäischen Vorstellungen und bald übernahmen revolutionäre autokratische oder militärische Kräfte die Macht, wie z.B. Gaddafi 1969 in Libyen, Mubarak 1981 in Ägypten, Ben Ali 1987 in Tunesien. Daneben gibt es viele andere Beispiele, wie der Irak oder der Sudan, der vor kurzem beschloss, sich deshalb in einen Norden und Süden zu spalten.

Die USA und die europäischen Staaten arbeiteten mit den diktatorisch regierenden Herrschern weiterhin zusammen, ohne sie ernsthaft auf freiheitliche und demokratische Verhaltensweisen aufmerksam zu machen. Ansonsten fürchteten sie finanzielle und wirtschaftliche Einbußen zu erlangen. Hinzu kommt noch, dass es den europäischen Regierungen sehr recht war, wenn ihre afrikanischen Geschäftspartner eine für den Westen gefährliche Islamisierung und verstärkte Flüchtlingsströme vom afrikanischen Kontinent in Richtung Europa, verhinderten. Hier war ein Gaddafi und ein Mubarak durchaus nützlich und man baute auf die Stabilität, welche von diesen Staaten ausgingen.

Im Grunde genommen zeigen die europäischen Regierungen immer noch ihr altes imperialistisches Denken und lassen erkennen, dass die EU ein Staatenbund ist, dem wirtschaftliche Interessen vor Freiheit und Demokratie gehen. Dies wird gerade in Libyen sehr deutlich, wo diese sich fragen lassen muss, ob ihnen libysches Öl wichtiger ist, als die Einhaltung von Menschenrechten? Die arabische Welt ordnet sich neu und es wird sichtbar, dass Europa nicht in der Lage ist, auf diesen Wandel zu reagieren, ihn mit zu gestalten. Stattdessen zeigen sich nur Ängste vor Flüchtlingsströme, vor islamischen Bruderschaften und wirtschaftlichen Nachteilen, die blockierend und wie paralysierend wirken.

Mit diesem Hintergrund geht es für uns Europäer (den Politikern genauso wie uns Bürgern) darum, sich die eigene Politik bzw. das eigene Verhalten vorurteilsfrei anzuschauen. Sind wir z.B. wütend auf „unsere Politiker“, weil sie so zurückhaltend und hilflos reagieren? Und wenn ja, wo sind wir dann wütend über uns selber und fühlen uns hilflos? Vielleicht gegenüber unseren eigenen Politikern?

Natürlich möchten wir persönlich nicht, dass der Ölpreis wieder in Rekord-Höhen steigt. Doch würden wir selber einen Diktator Gaddafi akzeptieren, nur damit das Benzin an unseren Tankstellen nicht teuerer wird? Mal ganz abgesehen davon, dass hier die Ölkonzerne wieder gewaltig mitverdienen, wäre es trotzdem wertvoll, sich hierzu die eigenen Gedanken unvoreingenommen zu betrachten. Wie sieht es mit fairen Handel aus? Unterstützen wir ihn oder wo leben wir selber wissendlich auf Kosten dieser unterdrückten Staaten? Deshalb sollten wir uns auch die Frage stellen, wo wir eine Selbstverantwortung in diesem Geschehen haben.

Dann taucht natürlich immer wieder die Frage nach dem Leid auf: Natürlich ist es schrecklich und grausam, was in Libyen passiert. Natürlich handelt Gaddafi hier entgegen der Menschenrechts-Konventionen und gehört aus meiner Sicht verhaftet und vor ein internationales Gericht gestellt. So bitte ich auch darum, dass das Leid der dortigen Bevölkerung durch die Mächte des Lichtes und der Liebe erlöst werden mögen. Doch was können wir als Europäer noch mehr tun?

Wenn wir jetzt von Außen versuchen, Gaddafi zu stürzen, agieren wir nicht anders als die USA bei dem Sturz von Saddam Hussein im Irak. Da die Iraker noch kein Bewusstsein für Demokratie und Freiheit besaßen, führte das damalige Eingreifen der Amerikaner bisher nicht zu besseren Lebensbedingungen. Doch genau dies geschah in Ägypten und in Tunesien. Diese beiden Völker haben sich selber befreit und das war aus meiner Sicht sehr wichtig, um dadurch zu einer Volkssouveränität zu finden. Die europäischen Staaten können Libyen in diesem Sinne nur mit demokratischen Mitteln unterstützen, in dem sie der Bevölkerung helfen, sich selber zu helfen und ihren Herrscher Gaddafi selber zu entmachten.

Doch zurück zum Aspekt des Leidens. Die gewalttätigen Aktionen von Gaddafi und seinen Militärs machen uns bewusst, wo wir selber noch in unserem eigenen Leid feststecken, dadurch aus Mitleid heraus reagieren, statt das eigene Herz für Liebe, Mitgefühl und Barmherzigkeit zu öffnen. Denn nur so erkennen wir, was unser eigener Anteil an diesem Geschehen ist und wie wir ihn annehmen und auflösen können. Auf diese Weise finden wir zu wahrhaftiger innerer Freiheit und Bewusstheit darüber, das alle Menschen auf diesem Planeten Eins sind, inklusive einem Muammar al-Gaddaf, und erlösen das Leid der Libyer in uns, in unserem Herzen.

Zum Schluss möchte ich noch meine Wahrnehmung zu diesem Geschehen aus höherer Sicht ansprechen. Alles, was in unserer Welt geschieht, hat einen Sinn. So hatte der Zweite Weltkrieg seinen Sinn, die Anschläge vom 11. September 2001, der verheerende Tsunami in Süd-Asien und auch die gewalttätige und leidvolle Revolution der Libyer in diesen Tagen. Neben der Auseinandersetzung mit unserem Leiden und dem Bewusstmachen unserer eigenen existentiellen Ängste, hat sie für mich den Sinn, den anderen arabischen Staaten aufzuzeigen, was passieren kann, wenn die jetzt ausgebrochene gewaltige Sehnsucht der arabischen Bevölkerung nach einem Leben in Freiheit, Respekt und Souveränität nicht gewürdigt wird, wenn Herrscher die Zeichen der Zeit nicht erkennen und sich weiterhin an ihrer Macht klammern.

Sollten die Regierungen in den anderen betroffenen Ländern dies wahrnehmen und dadurch achtsamer und friedfertiger reagieren, hat das große Opfer der Libyer seinen Sinn erfüllt.

 

 

Botschaft vom 11.02.11 zur friedlichen Revolution in Ägypten

Es kommt eine Zeit der Veränderung – eine Zeit des Wandels auf allen. Ebenen: politisch, gesellschaftlich, wirtschaftlich...“.


Mit diesen oder ähnlichen Worten wird seit langem die aktuelle Zeitqualität um das Jahr 2012 herum beschrieben. Diese mystische Zahl ist mit dem Jahreswechsel vor sechs Wochen zum Greifen nahe gerückt. So nahe, dass sich manche schon gefragt haben, ob sich die Prophezeiungen wohl wirklich erfüllen werden? Auch ich sprach seit einiger Zeit mehr von den Jahren um 2012 „herum“, in dem Denken, dass der Wandel nicht exakt in dem Jahr 2012 geschehen möge, sondern durchaus auch ein paar Jahre später geschehen kann.

So kann ich auch von mir sprechen, dass ich das, was jetzt in Ägypten geschehen ist, noch vor vier Wochen nicht für möglich gehalten habe. OK, in jenen Tagen waren die Tunesier mit ihrer Revolution erfolgreich, ihr Regierungschef Ben Ali trat am 14. Januar zurück und flüchtete aus dem Land. Alles schien sehr einfach gewesen und sehr schnell gegangen zu sein. Die Kunde von dem friedlichen Wandel erreichte schnell Ägypten und über die neuen Medien des Internet wurden immer mehr junge Menschen angesprochen, die sich bald auf den Strassen ihres Landes versammelten und gegen ihren Herrscher Hosni Mubarak protestierten.

Der Protest schwoll an, es kam dann leider zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Mubarak-Getreuen, doch die jungen Revolutionäre blieben friedlich und selbstbewusst: 18 Tage lang. Und sie vereinten sich zu Einer Stimme, zu Einer Kraft, zu Einer Vision: Ein Leben in Freiheit, Demokratie und freier Mitbestimmung - ohne den seit 30 Jahren diktatorisch regierenden Mubarak. 18 Tage lang hat es gedauert, bis sie ihr Ziel erreicht hatten.

Und was 18 Tage währte (2 x “9“, die Zahl der Vollendung), erfüllte sich am 11. Februar, an einem Tag mit einem speziellen Datum. Es ist ein Tag mit einem „Spiegeldatum“, das sowohl von vorne, wie von hinten gelesen, gleich ist und bei dem zweimal die Zahl 11 vorkommt: 11.02.2011. Die 11 steht für die Erneuerung, für das Ausbrechen aus den bisherigen (alten) gesellschaftlichen Strukturen, welche durch die Zahl 10 symbolisiert werden. Sie ist der nächsthöhere Wert nach der 10 und damit der Einstieg in eine neue Form, in ein neues Miteinander. Das 11. Tierkreiszeichen ist der Wassermann , weshalb die 11 für mich immer in Verbindung mit dem Wassermannzeitalter oder der Neuen Zeit steht.

Im Jahre 2001 haben die damaligen Mächte der Welt die Menschen am 11. September noch einschüchtern können mit einem Anschlag auf die beiden Türme des New Yorker World Trade Center. Sie rüttelten mich und viele andere aber auch auf, endlich damit zu beginnen, das Neue Zeitalter aktiv zu gestalten. Nun ist es die direkt wirkende Neue Energie, die am 11. Februar ein Volk sich selber befreien ließ. „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ sind die Schlagworte der Französischen Revolution aus dem Jahre 1789, sie stehen aber auch stellvertretend für das Zeichen des Wassermanns.

An einem solchen Tag spüren wir deutlich die neuen Energien, spüren den neuen Wind, den „Wind of Change“, den wir das letzte Mal vor 22 Jahren wahrnahmen, als er den Osten Europas vom Kommunismus befreite. Nun weht dieser Wind durch die Sahara, befreite erst Tunesien, später Ägypten und auf seinem weiteren Weg in den Nahen Osten wird ihn sicherlich nicht die Puste ausgehen. Auch in anderen Ländern, wie dem Jemen und Libanon fanden Demonstrationen gegen die dortigen Herrscher statt. Und all jenen, die dort immer noch an der Macht sind, gibt er kraftvoll zu verstehen, „Wandele Dich, oder gehe!“

Das gilt auch für Israel. Seine Herrscher vertrauten zu lange darauf, dass ein Mubarak ihnen Sicherheit gab, doch jetzt müssen auch sie sich wandeln, müssen mehr auf ihre arabischen Nachbarn zugehen, müssen mehr Kooperationen eingehen. Die Revolution in Ägypten ist wie eine Tür, die sich einen Spalt breit geöffnet hat, weit genug, um die Neuen Energien von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, hineinwehen zu lassen.

Ihr Lieben, sicherlich sind dies alles gute Nachrichten. Sicherlich können wir zusammen mit den Ägyptern feiern und uns freuen für das, was dort auf friedlichem Wege geschehen ist. Doch trotzdem gilt es nicht nachzulassen in unserem Bemühen, den Frieden und die Freiheit, welche wir uns so sehr für die ganze Welt wünschen, noch tiefer in uns zu verankern und aus unserem Herzen heraus weiter in die Welt zu tragen.

Wir tun dies teils schon seit vielen Jahren und haben viele kleine Schritte in die richtige Richtung wahrgenommen. So haben wir gesehen, wie die Dunkle Seite mehr und mehr an Macht verliert, wie es lichter wird, in uns und in unserem Umfeld. Dieser 11. Februar ist für uns ein Zeichen, mit dem uns die göttlichen Mächte mitteilen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Doch es zeigt sich für uns auch, dass trotzdem noch nicht alles erreicht ist, dass noch viel Arbeit vor uns liegt.

Die Energien zu fühlen und sich an ihnen zu freuen, ist auch nur der erste Schritt in Ägypten. Das dortige Geschehen zeigt uns nämlich, dass die eigentliche Arbeit für dieses Land jetzt erst beginnt. So gilt es die Energien zu halten und aufmerksam zu sein, dass die gewonnene Revolution auch wirklich zu einer freieren Verfassung, zu freien und gleichen Wahlen mit einer neuen demokratisch wirkenden Kraft als Sieger führt.

Auch in der Verwirklichung einer Neuen Zeit, ist es nicht genug, die Energien nur wirken zu lassen und mit ihnen das Alte fortzufegen. Es gilt auch, das Neue zu gestalten. In einer neuen Politik, in ein neues Wirtschaftssystem, in neue Energieformen, in eine neue Gesellschaft in einem neuen Bewusstsein.

Deshalb ist es mir wichtig, sich in dieser Zeit im Gebet oder in der Meditation verstärkt mit den Energien des Neuen zu verbinden, ihnen zu danken für das, was sie bereits bewirkt haben und dann darum zu bitten, dass uns gezeigt wird, was wir jetzt zu einer noch tiefgreifenderen Verwirklichung einer Welt voll Liebe, Frieden und Freiheit beitragen können.

Euch allen herzlichen Dank für Eure Bemühungen und liebe Grüße,

Stefan Andromis Herbert

 

 

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