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Botschaft zur aktuellen Zeitgeschehen

Von: Stefan Andromis Herbert

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Botschaft vom 07.04.2010

Das Jahr 2010 ist jetzt über drei Monate alt und wir erlebten bereits drei schwere Erdbeben, eine tiefe Krise der römisch-katholischen Kirche, eine immer chaotischer erscheinende Politik, den tragischen Absturz einer polnischen Regierungsmaschine mit dem Tod des Präsidenten Kaczynski und mit Griechenland den erste EU-Staat vor dem Konkurs. Sicherlich habe ich bei dieser Aufzählung sogar das eine oder andere übersehen. Für mich reicht es allerdings schon, um deutlich zu machen, was auch die nachfolgenden Sätze ausdrücken wollen, die ich in dieser Zeit immer wieder höre: „da liegt etwas in der Luft“, „es wird bald was Entscheidendes geschehen“ oder „so kann es ja nicht mehr lange weitergehen“. Doch, worum geht es hier und was erleben wir in dieser Zeit?

Eines vorweg: Die Menschheit befindet sich in grundlegenden Wandels ihres Bewusstseins, ihrer Werte, ihres Denkens und Fühlens. Das Ziel heißt für mich Verantwortung übernehmen für unser Leben und für unser Verhalten zu uns selbst, zu unseren Mitmenschen und zur Natur oder der Schöpfung als Ganzes. In dem wir erkennen, dass alles miteinander verbunden ist, dass wir nicht getrennt sind von der Schöpfung, wissen wir, dass es für jedes Problem, dass wir mit unseren Mitmenschen haben, eine Ursache bei uns selber gibt.

Damit sollte uns auch klar sein, dass wir diese Probleme nicht zu lösen vermögen, wenn wir unsere eigene Verantwortung leugnen und stattdessen unsere Mitmenschen beschuldigen, unfähig zu sein oder nicht richtig zu handeln. Stattdessen erkennen immer mehr, dass wir nur dann zu einem glücklicheren Leben finden, wenn wir offen und ehrlich miteinander umgehen, wenn wir eigene Fehler oder Schwächen einzugestehen vermögen.

Gerade das aktuelle politische Geschehen zeigt uns sehr deutlich, dass fehlende Offenheit und Ehrlichkeit nur zu mehr Chaos führt und die drängenden Probleme nicht wirklich löst. Damit stellt sich gleichzeitig die Frage, was wir tun können, um die Bewusstseinsveränderung mehr in die Bereiche von Gesellschaft und Politik zu tragen? In diesem Text beleuchte ich das aktuelle Zeitgeschehen aus meiner Sicht und zeige dann mögliche Lösungen auf.


Arbeit und Einkommen

Vor einigen Wochen ging ein Aufschrei durch die deutsche Gesellschaft, als der Bundesaußenminister Guido Westerwelle unsere Lebensweise mit spätrömischer Dekadenz verglich und dabei auf die „faulen“ Harz-IV Empfänger zeigte, die kein Interesse daran hätten zu arbeiten und sich damit an der Sicherung des gesellschaftlichen Wohlstands zu beteiligen. Nach seinen Vorstellungen sollten diese noch drastischer dazu gezwungen werden, jegliche Arbeiten anzunehmen.

Das Ergebnis war eine offene Auseinandersetzung über unsere Sozialsysteme, die in zwei Richtungen ging: Die Einen gaben ihm recht, pauschalisierten auch die Lebenseinstellung einer kleinen Minderheit von Sozialhilfe-Empfängern und projizierten sie auf die ganze Gruppe. Andere - und meiner Ansicht nach die Mehrheit - erkennen, dass wir die Probleme mit der Arbeitslosigkeit auf diese Art und Weise nicht wirklich bereinigen können.

Das erinnerte mich an einen Satz von Albert Einstein, der sinngemäß sagte: „die Probleme lassen sich nicht auf der gleichen Ebene lösen, auf der sie entstanden sind“. Was mag aber eine Lösung auf einer „anderen Ebene“ sein? Die Politiker behaupten immer noch, dass eine Vollbeschäftigung möglich wäre und dass nur die Wirtschaft entsprechend gefördert werden müsste und Wachstum benötige, um für jeden Arbeitslosen einen Arbeitsplatz zu schaffen. Doch je mehr die Automatisierung voranschreitet, wird dieser Wunsch aus meiner Sicht zur Utopie.

Götz Werner, ein erfolgreicher Unternehmer und Professor an der Uni Karlsruhe, sieht das Übel darin, dass wir fälschlicherweise Arbeit und Einkommen miteinander verknüpfen. Wenn Politiker z.B. behaupten, sie wollen Arbeit sichern, dann geht es ihnen in Wirklichkeit nicht um die Arbeit, sondern um Einkommen. Doch funktioniert es nicht, Arbeit zu sichern, um damit auch sicheres Einkommen zu erhalten. Richten wir stattdessen unseren Fokus auf das Sichern von Einkommen, sind wir bei einem gesellschaftlichen Konzept, welches in dieser Zeit immer mehr Verbreitung finden: Das Bedingungslose Grundeinkommen.

Wichtig ist mir hier die Bedingungslosigkeit. Sie stellt auch gleichzeitig unsere Herausforderung dar, denn hier scheiden sich die Geister. Sind wir bereit, wirklich jedem ein Grundeinkommen zu „schenken“, ohne das jemand dafür arbeiten muss oder sich sonst wie verpflichtet, etwas zu tun? Also auch jedem Harz-IV Empfänger? Ja sogar unserem Nachbarn, den wir möglicherweise seinen Wohlstand nicht gönnen oder dessen „Nase“ uns nicht passt?

Bedingungslos heißt, jeden Menschen so annehmen wie er ist und wenn wir es ehrlich mit einem Neuen Denken oder einem ganzheitlichen Bewusstsein meinen, so gehört dies für mich dazu. Es hat also etwas mit unserer eigenen Bewusstwerdung zu tun, ob wir ein solches Grundeinkommen anzunehmen vermögen oder nicht. Wie ehrlich sind wir mit uns selbst? Wie wichtig ist uns ein wahrhaft menschenwürdiges Leben? Das sind die Fragen, die sich meiner Ansicht nach jeder stellen möge, der ein bedingungsloses Grundeinkommen pauschal ablehnt.


Die Finanzkrise

Der Umgang mit Geld ist ein sehr heikles Thema, welches aber auch bei vielen Menschen eine Bewusstseins-Transformation bewirkte. Das weiß jeder, der selber in einer finanziellen Krise gesteckt hat. Sie fordert uns heraus, uns mit unseren tiefsten existenziellen Ängsten zu beschäftigen. Vermögen wir diese anzunehmen, werden wir beschenkt mit mehr Klarheit über uns selber und mehr Vertrauen ins Leben.

In einer großen finanziellen Krise steckt auch die Bundesrepublik Deutschland, obwohl ihre Politiker dies bisher nicht wirklich eingestehen wollen. Die Schulden des Bundes liegen bei ca. 1.000 Mrd. Euro, wobei 80 Mrd. in diesem Haushaltsjahr neu hinzugekommen sind. Der Bundeshaushalt, welcher dies finanziert, hat aber nur eine Höhe von 327 Mrd. Euro. Bei diesen Zahlen fragt sich jeder Bürger, wie der immer größer werdende Schuldenberg je abgebaut werden soll? Da wirkt der Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble mit seiner Äußerung, im kommenden Jahr radikal sparen zu wollen, sehr unglaubwürdig.

Den deutschen Ländern und Kommunen, sowie anderen Staaten dieser Welt geht es nicht anders. Überall ist die Verschuldung ein Problem, welches für uns glücklicherweise noch keine sichtbaren Folgen hat. Aber darauf werden wir aus meiner Sicht nicht mehr lange warten müssen. Denn was in Griechenland geschieht, sind für mich die ersten klaren Anzeichen für den Anfang vom Ende unserer Weltfinanzordnung. In dieser Zeit gerät sogar der Euro unter Druck und die Europäische Gemeinschaft wird auf ihr Wahrhaftigkeit geprüft: Steht sie voll hinter dem Staatenbund und versucht sie Griechenland aus der Krise zu helfen oder werden die Griechen aus der Gemeinschaft entlassen und müssen mit Hilfe ihrer alten Währung versuchen, ihr Staatsdefizit in Griff zu bekommen?

Dabei sind die Griechen nicht das einzige Land mit einem gefährlich hohen Staatsdefizit, denn in Groß-Britannien, Irland, Portugal und Spanien sieht es nicht besser aus. Diese Staaten genießen nur derzeit noch immer das höchste Vertrauen der Finanzwelt. Anmerken möchte ich dazu, dass auch in Spanien gerade eine gewaltige Immobilienblase am Platzen ist, die durch eine überzogene Baupolitik entstand und deutsche Banken mit in den Abgrund reißen kann.


Afghanistan

Gehen wir zu einem anderen Thema, in welchem die Deutsche Bundesregierung gerade sehr unter Druck gerät, weil sie auch hier nicht ehrlich ist: der Einsatz deutscher Truppen in Afghanistan. Seit acht Jahren werden Soldaten in dieses Land entsendet, die in der vergangenen Zeit immer mehr in kriegerische Auseinandersetzungen geraten. Immer häufiger sind auf deutscher Seite Tote und Verletzte zu beklagen und der Verteidigungsminister kommt nicht mehr darum herum, endlich von einem „Krieg“ zu sprechen. Das ist neu und hoffentlich der erste Schritt, sich darüber im Klaren zu werden, was deutsche Soldaten dort eigentlich wollen, welche Ziele sie verfolgen und wie sinnvoll ihre Aktivitäten sind.

Auch hier ist es wie in unserem persönlichen Leben. Wenn wir etwas nicht erkennen möchten, dann wird der innere Druck von Außen immer größer, bis wir nicht mehr umhin kommen, erst unsere Einstellung und dann auch unser Verhalten zu ändern. Die ersten Anzeichen waren für mich um die Jahreswende herum die Aussagen der damaligen Vorsitzenden der evangelischen Bischofskonferenz Margot Käßmann, als sie die Anwesenheit der Soldaten in Afghanistan in Frage stellte und nicht mehr rechtfertigen mochte. Sie erhielt gerade aus der Politik heftige Vorwürfe, obwohl sie doch nur eine klare Friedensbotschaft vermittelt hat.

Weil dieser „Hinweis“ allerdings nicht wahrgenommen wurde, kam es am Karfreitag zu dem heftigen Gefecht mit der Folge des Todes von drei deutschen Soldaten. Dies geschah gerade an einem Tag, der für jeden Christen als ein Symbol des Leidens steht und damit das Leiden der Soldaten in diesem Krieg deutlich macht. Das traurige darin ist, dass dieser militärische Einsatz, den der größte Teil der deutschen Bevölkerung nicht mehr akzeptiert, weiter von der Mehrheit der Parteien im deutschen Bundestag inklusive der Grünen gerechtfertigt wird.

Ich habe mich über die klaren Worte von Margot Käßmann gefreut und möchte sie noch einmal aus meiner Sicht verdeutlichen. Was wir uns wünschen ist ein friedliches, harmonisches und freundschaftliches Miteinander in dieser Welt. Doch jeder Einsatz von Waffen erzeugt nur Leid, Schmerz, Verletzung, Trauer, Hass und Angst. Erreichen wir damit wirklich die Ziele, die wir uns wünschen?

Dies sollte jeder für sich selber klären. Für mich bringen solche kriegerischen Auseinandersetzungen wie im Hindukusch nicht das gewünschte Ergebnis. Für mich ist jede Anwendung von Gewalt ein Akt der Ohnmacht und Verzweiflung, weil man nicht anders zu handeln vermag. Da ist mir der „Gegner“ zweitrangig. Ob es sich dabei um einen anderen Staat handelt, um die Taliban oder um einen einfachen Mörder. Immer geht es um Menschen, um Bürger dieser „Einen Welt“. Sie alle sind unsere Brüder und unsere Schwestern und jegliches Leid, welches wir einem anderen Menschen auf diesem Planeten zufügen, tun wir uns selber an.

Ich kann selbstverständlich verstehen, dass es in der realen politischen Welt nicht leicht sein dürfte, diese deutliche Ablehnung von militärischer Gewalt umzusetzen. Doch möchte ich auf jeden Fall die Richtung aufzeigen, die wir anstreben mögen. Wenn wir dies ehrlich und bewusst tun, finden sich auch immer Wege dorthin.


Die Katholische Kirche und der Papst

Mit den massiv in Europa und USA aufgetauchten Missbrauchsfällen an Kindern steht die römisch-katholische Kirche in einer ihrer sicherlich schwierigsten Krisen. Besonders betrifft dies Papst Benedikt XVI., dessen Ansehen sehr darunter leidet, dass er sich zu den bekannt gewordenen Fällen von Kindesmisshandlungen gerade in seiner deutschen Heimat nicht äußert. In seiner Osterbotschaft fordert er zwar eine „geistige und moralische Wandlung der Menschheit“, doch erscheinen seine Worte hohl, wenn er nicht wirklich vermitteln kann, dass dies von im und seiner Kirche auch wahrhaftig gelebt wird. Auch sagt er, dass die Kirche seit der Wiedergeburt von Jesus eine erneuernde Kraft gewesen sei. Doch wo finden wir diese Kraft gerade in der heutigen Zeit? Wo prägt sie das Zeitgeschehen und ist sie Vorbild für die Menschen, die verstärkt nach einer Orientierung suchen?

Gemäß den bisherigen Glaubensvorstellungen der römischen Kirche ist der Papst der Stellvertreter Gottes auf Erden und damit „unfehlbar“. Doch gerade dieser Papst wird in seinem Handeln mehr kritisiert als jeder seiner Vorgänger und macht damit die Ohnmacht der Kirche und deren Hilflosigkeit, mit dem Wandel der Zeit mitzuhalten, deutlich sichtbar. Bemerkenswert finde ich, dass endlich Stimmen laut wurden, die Einstellung der Kirche zur Sexualität zu überdenken und das Pflichtzölibat aufzuheben.

Dies wäre sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, doch scheint es so, als ob der derzeitige Papst dies noch nicht zu erdenken vermag. Er steckt aus meiner Sicht noch zu sehr in den jahrhundertealten Mustern, die mit Macht zu tun haben, bzw. der Angst vor dem Machtverlust. Doch je mehr sich die Kirche in Rom dem Mitgefühl und der Offenheit zu ihren Gläubigen verschließt, versucht ihre Probleme auszusitzen statt sie zu lösen, desto mehr erlebt sie hier in Europa diesen Machtverlust durch noch mehr Kirchenaustritte.


Krise der Autoritäten

Ein Leitartikel einer deutschen Tageszeitung schrieb zu Ostern von der Krise der Autoritäten und sprach damit die Politiker und auch die römische Kirche an. Autoritäten sind Menschen, die uns führen, uns Richtungen aufzeigen, Halt geben, an denen wir uns anlehnen können. Wir benötigen sie in Lebenssituationen, in denen wir nach Antworten suchen und deshalb ihren Rat bedürfen.

Seit einigen Jahrzehnten, erkennen wir hier einen Wandel. Bisher sind Autoritäten für uns Fachleute oder Spezialisten auf einem bestimmten Gebiet gewesen. Politiker haben die meiste Erfahrung darin, Politik zu machen, deshalb überlassen wir ihnen dieses Feld. Die Kirchen haben die meiste Erfahrung im Umgang mit den Sinnfragen im Leben und was danach kommt, deshalb haben wir lange Zeit ihre Antworten übernommen. Bankberater hatten eine Autorität in Sachen Geldanlage, weshalb wir ihnen vertrauten. Bis die Finanzkrise kam und wir erkannten, dass es denen oftmals nur um den eigenen Boni ging und nicht um das Wohl des Kunden.

Wissenschaftler hatten auch die volle Autorität auf ihrem Gebiet und wenn sie sagen Gentechnik ist gut, die Kernkraft ist sauber, die Schweinegrippe muss durch Impfen bekämpft werden und die Menschheit steht vor einem Klima-Kollaps, so haben wir ihnen bisher auch bedingungslos geglaubt. Doch heute erscheint all dies in einem anderen Licht. Die Menschen spüren, dass Gen-Technik nichts Natürliches ist und haben ein ungutes Gefühl dabei. In Sachen Schweinegrippe bildeten sich die meisten Bürger eine eigene Meinung, hörten nicht auf die angstmachenden Aufrufe der Wissenschaftler und ließen sich nicht impften. Klimaforscher reden seit langem davon, dass der Treibhauseffekt unser Klima immer wärmer werden lässt, gleichzeitig war der vergangene Winter der kälteste und längste seit gut 100 Jahren.

Der oben genannte Leitartikel sprach zudem davon, dass, wenn in dieser Krise der Autoritäten jeder Mensch nur noch sein Ego auslebt und die Gesellschaft als soziale Gemeinschaft aufhört zu existieren, dies zu Anarchie fühlen kann. Doch sehe ich es anders, denn wir leben in einer Zeit, in welcher wir lernen, die Autorität über unser Leben wieder zu uns zurückzuholen und zu beginnen, selber über uns zu bestimmen. Das ist auch einer der Aspekte des Bewusstseinswandels. Jeder Mensch sammelt für sich Informationen zu einem bestimmten Thema, er bildet sich daraus eine eigene Meinung und lebt dann danach in der eigenen Verantwortung.

Das heißt allerdings nicht, dass wir niemanden mehr als Vorbilder benötigen, denen wir uns anvertrauen können, wenn es darum geht, die für uns besten Entscheidungen zu finden. Es gibt sie weiterhin und wird sie auch weiterhin geben. Doch wählen wir sie nicht als Autoritäten, weil sie eine Universität besucht haben, weil sie Bischof oder Papst sind oder weil sie sich als Politiker wählen ließen. Nein, wir suchen Menschen, die für sich selber das vorleben, was sie lehren, die authentisch sind, ehrlich und wahrhaftig. Sie wollen uns nichts aufdrängen, sondern nur Anregungen geben, wie wir zu mehr Verständnis über unsere Welt und zu einem zufriedeneren Leben finden.

Ein gutes Beispiel ist für mich der Dalai Lama, der schon seit Jahren in spirituellen Fragen beliebter ist als der Papst. Aber auch Barack Obama möchte ich erwähnen, der in seiner Zeit als US-Präsidentschaftskandidat große Hoffnungen geweckt hat und versprach, vieles besser zu machen als seine Vorgänger. In dieser Zeit hat er folgerichtig damit zu kämpfen, seinen großartigen Worten auch die wahrhaftigen Taten folgen zu lassen. Denn an den Taten zeigt sich für uns, wie ehrlich jemand mit sich selber ist.


Was können wir selber tun?

Doch sollten wir uns auch fragen, was wir selber tun können, um mehr Wahrhaftigkeit und Offenheit in die Politik und Gesellschaft zu tragen? Wir können unsere Politiker und spirituellen Führer nicht zwingen, sich zu wandeln und umzudenken. Wir können es ihnen nur vorleben, nur selber vorbildhaft handeln, selber nur die Dinge tun, die wir wirklich tun möchten. Dann wandeln wir die Welt durch uns, schaffen damit die Basis, auf der die so sehnlichst gewünschten Veränderungen in den Bereichen Wirtschaft, Politik, Finanzen und Religion endlich geschehen können.

Warten wir nicht darauf, dass andere kommen und schon alles richten werden. Denn dann wird möglicherweise nichts passieren. Die Politiker werden bestimmt nicht von alleine aufwachen und nach der nächsten Wahl alles zu unserer Zufriedenheit entscheiden. Es werden auch keine Außerirdischen in Raumschiffen hier landen und uns helfen, unsere wirtschaftlichen Probleme zu lösen. Noch wird ein Messias vom Himmel wiederkehren und uns heilen und von all unserem Leid befreien. All das liegt in unserer eigenen Verantwortung, dies gilt es, für uns selber zu tun, aktiv zu werden.

Somit kann ich nur dazu aufrufen, nicht auf irgend jemanden zu warten, sondern zu erkennen, dass wir diejenigen selber sind, welche das Geschehen in unserer Welt verändern mögen. Wir wandeln uns und wandeln damit die Welt. Das ist auch die Wahrnehmung der eigenen Verantwortung für uns und unser Leben, für die eigene Familie, für das eigene Einkommen, für den eigenen Glauben, für das eigene Land. Von dem US-Präsidenten Kennedy hieß es: „Frage nicht, was Dein Land für Dich tun kann, sondern was Du für Dein Land tun kannst.“ In diesem Sinne liegt es an uns, die Politiker des eigenen Landes dazu zu bewegen, umzudenken und ehrlicher zu uns Bürgern zu sein.

Das geht auch bei Wahlen. Bisher haben viele Bürger von den etablierten Parteien lieber das für sie kleinere Übel gewählt oder sie gingen gar nicht wählen. Doch wer nicht wählen geht, stärkt auf diese Weise nur die großen Parteien. Stattdessen gibt es immer mehr kleine alternative Gruppierungen, u.a. die Partei „Die Violetten – für spirituelle Politik“, welche am 9. Mai an der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen teilnehmen.

Wahrscheinlich kommen jetzt wieder die Gegen-Argumente, dass dies doch nicht wirklich etwas bringt, denn unsere Politiker seien nur Marionetten in einem noch größeren Macht-Gefüge. Dazu sage ich, wenn wir so denken und unsere eigene Macht weiterhin an andere abgeben, werden wir sicherlich nichts bewegen können, dann können wir uns auch gleich aufgeben und den Kopf in den Sand stecken. Und wenn alle so denken und niemand wählt beispielsweise eine der alternativen Parteien, gibt man ihnen auch keine Chance, jemals über die 5-Prozent-Hürde zu kommen.

In Nordrhein-Westfalen wären dies ca. 650.000 Bürger. Wenn diese sich zusammentun und eine der kleinen Parteien wählen, wäre sie im Parlament. Damit möchte ich aufzeigen, dass sich der Erfolg in der Einheit zeigt. Je mehr Menschen sich zu einer Einheit zusammentun, sich gemeinsam mit einem bestimmten Ziel miteinander verbinden, desto leichter lässt es sich realisieren. Einer alleine kann da wenig ausrichten, dass ist wahr. Darum ist es meiner Ansicht nach wichtig, dass wir - jeder für sich selber - zu einer klaren Absicht darüber finden, in was für einer Welt er oder sie wirklich vom Herzen her leben möchte. Wenn wir dann den Mut und den Willen aufbringen, uns für dieses Ziel wahrhaftig einzusetzen, werden sich uns für seine Erreichung immer mehr Türen öffnen.

In Sachen Geld und Wirtschaft gibt es viele alternative Projekte oder Ideen: Regio-Währungen, Abschaffung des Zinses und Zinseszins, Bedingungsloses Grundeinkommen, Entprivatisierung von lebensnotwendigen Versorgungsgütern wie Wasser und Energie im Sinne von Allmende, der Idee von Gemeinschaftsgütern, etc. An Vorstellungen über ein besseres Zusammenleben mangelt es wahrlich nicht, eher gibt es aus meiner Sicht noch nicht so viele Menschen, die sich aktiv dafür einsetzen.


Unsere Zukunft

Wenn man sich die globale Situation im Bereich Wirtschaft und Finanzen ansieht, könnte man meinen, die im vergangenen Jahr durchlebte Finanzkrise ist noch nicht überwunden. Wahrscheinlich muss auch ein altes und nicht mehr funktionierendes Finanzsystem erst zusammenbrechen, bevor Raum da ist für das Neue. Dies könnte Ängste schüren in bezug auf unsere Zukunft, gerade weil wir uns dem Jahr 2012 nähern, welches immer wieder mit dem Weltuntergang oder dem Ende der Menschheit in Verbindung gebracht wird.

Doch zeigen sich Ängste nur dort, wo Vertrauen fehlt. Darum ist es für mich wertvoll, sich seine Ängste anzuschauen, sie anzunehmen und zu erlösen. Ängste sind eigene Energie- oder Bewusstseinsanteile, die wir verdrängt haben und die uns nun wieder „hochkommen“, um gewandelt zu werden. Die Umwelt ist dazu nur unser Spiegel, der uns Lebenssituationen aufzeigt, in denen das bisher Verdrängte gespiegelt wird. Gehen wir also diesen inneren Weg der eigenen Erlösung des Schattens, braucht dieser im Außen nicht mehr sichtbar zu werden. Damit wandelt sich unserer Leben automatisch immer mehr in Richtung von Liebe, Harmonie und Frieden.

Ein anderer Ausdruck für den Zeitabschnitt, in welchem wir jetzt Leben ist die Endzeit oder Apokalypse. Es gibt viele Prophezeiungen, die davon sprechen, dass eine schreckliche Zeit kommen wird, in der wir großen Mangel erleiden und Leid erfahren werden. Für mich erleben wir dies bereits in unserem Inneren, was auch gut so ist. Denn so haben wir die Chance, die eigenen Ängste, den Mangel und unser Leid auf den inneren Ebenen zu bearbeiten und erleben sie dann nicht mehr im Außen.

Noch etwas zum Jahr 2012: Weil dieses Jahr immer schneller heranrückt, machen sich hier und da Ängste bemerkbar, dass wir die notwendigen Veränderung möglicherweise nicht rechtzeitig bewältigen. So höre ich immer wieder den Satz: „Wir haben doch keine Zeit mehr!“. Für mich stimmt das nicht, denn alles geschieht zur rechten Zeit. Vertrauen wir darauf, dann brauchen wir keine Angst zu haben, dann fühlen wir die Freiheit in uns, unseren Weg gemäß unseres Herzens zu gehen und wissen, es ist für alle gesorgt. Etwas verändern können wir auch immer nur im Jetzt – und das zu jeder Zeit. Bis 2012 gibt es deshalb noch sehr viele Momente, in denen wir sehr viel bewusst bewegen können. Auch ist ab dem Jahr 2012 nicht alles vorbei und die Dinge, welche geschehen mögen, müssen auch nicht exakt bis 21. Dezember 2012 geschehen.

Darum meine Bitte, versteift Euch nicht auf diese Jahreszahl, denn das ist nicht hilfreich. Keiner von uns kann die Zukunft wirklich vorhersagen. Auch die besten medialen Quellen vermögen es nicht, denn keine Wesenheit der geistigen Welt weiß genau, wie, wann, was geschehen wird. Darum ist es mir sehr wichtig, im Hier und jetzt zu sein, auf die Signale der Inneren Führung zu lauschen und nach der Stimme des eigenen Herzens zu handeln.

Zu Ostern feierte die orthodoxe Kirche das „Fest des heiligen Feuers“. Ein Überbleibsel ist der hiesige Brauch der Osterfeuer. Große Berge an Reisig, Zweigen und Ästen werden aufgeschichtet und angezündet. Mit ihnen soll das heilige Feuer der Sonne auf die Erde gebracht werden, damit sie diese erwärmt, die Natur wieder zum Erblühen beginnt und uns mit reicher Ernte beschenkt.

In diesem Sinne wünsche ich Euch, das „göttliche Feuer“ in Euch selber immer mehr wahrzunehmen und mit ihm Euer Leben zu erwärmen und zu wandeln. Es vermag Euch auch zu dem Mut und Begeisterung führen, die Euch die notwendige Kraft geben, nicht nur für die Bewältigung des eigenen Lebens, sondern auch, um noch mehr in unserer Gesellschaft oder der Erdengemeinschaft zu bewegen.

Euch allen herzliche Grüße und eine freudige und erfüllende Frühlingszeit,

Stefan Andromis Herbert


 

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