|
The Sixth Sense
Text von: Andromis
Malcolm Crowe ist ein erfolgreicher Kinder-Psychologe und glücklich verheiratet mit seiner Frau Anna. Von der Stadt Philadelphia bekommt er eine Auszeichnung für hervorragende Arbeit mit Kindern. Zur gleichen Zeit holt ihn ein jahrelang zurückliegender Fall wieder ein, wo er einst einem Kind allerdings nicht zu helfen vermochte. Dieser dringt in sein Haus ein, um sich zu rächen und es kommt zu einem gefährlichen Schußwechsel. Seinen nächsten Fall beginnt Malcolm ca. ein Jahr später, als er sich von dem schrecklichen Vorfall einigermaßen erholt hat. Es ist der sehr ängstliche Cole, 8 Jahre alt, mit parapsychologischen Fähigkeiten. Er lebt mit seiner Mutter zusammen und hat keine Freunde. Vorsichtig versucht sich Malcolm dem Jungen zu nähern. Als das Vertrauen wächst, erzählt Cole ihm sein Geheimnis: Er sieht und hört ständig Verstorbene und dies erschreckt ihn sehr. Malcolm investiert sehr viel in diesen Fall. Das gefährdet seine Beziehung und er lebt sich mit seiner Frau auseinander. Und hier vermag Cole ihm zu helfen, sein Verhältnis zu Anna wieder zu klären. Doch das geschieht ganz anders, als Malcolm es je erwartet hätte. Spirituelle Botschaft: Um die spirituelle Botschaft dieses Filmes zu beschreiben, muß ich den spannenden und überraschenden Schluß vorweg nehmen. Entscheidend dabei ist die Auseinandersetzung ganz am Anfang mit seinem früheren Patienten. Der Zuschauer bekommt mit, wie Malcolm angeschossen wird. Da sein Leben danach scheinbar weitergeht, erkennt man zuerst nicht, daß dieser Schuß in Wirklichkeit tödlich gewesen ist. Malcolm stirbt und verläßt seinen Körper. Der plötzliche Tod ist für ihn ein tiefer Schock und sein Bewusstsein reagiert darauf mit totaler Verdrängung. Es will sich nicht eingestehen, daß es gestorben ist und glaubt weiterhin zu leben. Er geht in seinem Haus ein und aus. Dort sieht er regelmäßig seine Frau, die ihm - dem Verstorbenen - aber weder hören noch sehen kann. Da er einen eigenen Tod noch nicht wahrzunehmen vermag, merkt Malcolm nicht, wie sie um ihn trauert. Statt dessen glaubt er, sie ziehe sich vor ihm zurück. Er macht sich auch vor, einen weiteren Fall zu übernehmen, den geheimnisvollen Jungen Cole. Dieser nimmt ihn so in Anspruch, dass der Psychologe nicht dazu kommt, sich mit seiner Frau wieder zu verständigen. Der Junge ist der einzige Mensch, der Malcolm sehen und sich mit ihm auszutauschen vermag. Cole versucht ihm klar zu machen, dass er in Wirklichkeit gestorben ist, in dem er ihm mitteilt, was er sieht und über die Toten weiß: "Ich sehe tote Menschen. Die können sich gegenseitig nicht sehen. Die sehen nur, was sie sehen wollen. Sie wissen nicht, dass sie tot sind." Dieser Satz beschreibt für mich eine wichtige spirituelle Botschaft dieses Filmes, in der es um die Themen Realität und Wirklichkeit geht. Wir erkennen, dass das, was wir sehen und für real halten, nicht unbedingt die Wirklichkeit sein muß. Jeder von uns lebt in seiner eigenen Welt und sieht diese durch seinen eigenen Filter. Mit ihm selektieren wir aus allem was wir wahrnehmen jene Tatsachen heraus, die wir nicht sehen oder hören wollen und wir dichten uns Dinge hinzu, die wir statt dessen viel lieber sehen und hören möchten. Damit lebt eigentlich jeder Mensch in seiner individuellen Welt, erlebt jeder sein eigenes persönliches Universum. Und wenn - wie in einer Partnerbeziehung - zwei oft sogar sehr unterschiedliche "Universen" aufeinandertreffen, ergeben sich ganz natürlich Verständigungsprobleme. Sixth Sense zeigt uns zudem, dass die Art, wie wir unsere Umwelt wahrnehmen, auch mit dem Verlassen unseres physischen Körpers nicht aufhört. In dem Moment, wo ein Mensch stirbt und diese Tatsache vollkommen verdrängt, bastelt er sich weiterhin seine Realität. Seine Seele wird durch das Verdrängen des Todes natürlich weiter an die irdische Welt gebunden und kann deshalb den für sie eigentlich vorgesehenen Weg zurück ins Licht nicht sogleich antreten. Die Bewusstseine dieser Menschen irren dann in den materie-nahen astralen Welten herum, bis sie ihre wirkliche Situation erkennen. Menschen mit parapsychologischen Fähigkeiten können sie sehen und sich mit ihnen austauschen. Und ihnen damit helfen, ihre Situation zu erkennen.
zurück zur Inhalts-Seite
|
|