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Unser Leben annehmen


Unser Lebenssinn besteht für mich nicht
darin, ein glückliches und unbeschwertes Leben zu führen. Wenn wir dies wollten, dann
hätten wir uns nicht hier auf der Erde inkarnieren dürfen, sondern hätten im Himmel
oder im Bewusstsein der göttlichen Einheit bleiben sollen. Natürlich steht am Ende
unseres Selbst-Erfahrungsprozesses ein Leben voller Glück und Zufriedenheit. Doch ist
dies aus meiner Sichtweise nicht das Ziel, welches wir anstreben sollten, sondern wird nur
das Resultat unserer Arbeit sein.
Aus meinem Verständnis leben wir in dieser Welt, um uns selber zu erfahren oder uns
selber zu finden. Dazu müssen wir uns aber erst einmal verlieren. Ich habe einmal Kinder
beim Verstecken-Spielen beobachtet. Der eine rannte weg und der andere musste ihn finden.
Dabei wurde mir bewusst, dass dieses Spiel nur funktioniert, wenn die beiden Kinder sich
trennen. Wenn sie zusammenbleiben wollten, nur weil sie sich vielleicht alleine fürchten,
dann können sie dieses Spiel nicht spielen. Und solange wir uns nicht von uns selber
entfernen, haben wir keine Chance, uns aus dieser anderen Perspektive wieder zu erkennen.
Alles was uns am Anfang unseres Lebens passiert, bewirkt nun diese Trennung von uns
selber. Wir verlieren uns, erkennen diesen Verlust und begeben uns dann wieder auf die
Suche nach uns selbst. Ohne die Erfahrung sich verloren zu haben, werden wir nämlich auch
nie die Erfahrung machen, wieder bei uns angekommen zu sein. So liegt es in der Natur
unseres Lebens, dass uns alles hilft, was uns an schwierigen Lebenssituationen geschieht,
unseren Seelenweg zu vollenden.
Wollen wir es dabei nicht nur bei einer Erkenntnis belassen, sondern wollen wir sie auch
in unser Leben integrieren, dann sollte uns bewusst sein, dass nichts in unserem Leben bis
heute schief gelaufen ist. Alles was geschehen ist, welche Schicksale damit auch immer
verbunden sind, welches Leid, welche Qualen es uns gekostet hat - wir sollten alles als zu
uns und zu unserem Leben dazugehörig akzeptieren. So wie unser Leben verlaufen ist, ist
es richtig verlaufen. Es gibt keine Sekunde unseres Lebens, die wir nicht im Sinne unseres
höheren Willens erfahren. Schwere Kindheiten, berufliche Probleme, Geldschulden,
Unfälle, etc. - all das sind ganz wichtige Bestandteile unseres Lebens und haben für uns
ihren ureigenen Sinn.
Deshalb ist es wichtig, mit unserem Leben vollständig ins Reine zu kommen. Und dabei
brauchen wir es uns nur anzuschauen, brauchen uns nur die Situationen in Erinnerung zu
rufen, bei denen wir das Gefühl haben, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben oder
bei denen wir glauben benachteiligt worden zu sein. Diese Geschehen sind genau so kreiert
worden, dass wir an ihnen wachsen können. Und solange wir sie nicht voll und ganz
akzeptieren, werden wir keinen Erfolg darin haben, sie zu überwinden.
Es hilft auch nicht darüber nachzudenken, warum uns dies oder jenes passiert ist, warum
wir so und nicht anders reagiert haben. Das sind nur Gedankengänge unseres Verstandes und
helfen uns absolut nicht weiter. Wir vermochten eben nicht anders zu handeln, sonst
hätten wir es ja getan. Die vergangenen Situationen sind sowieso vorbei, ändern können
wir jetzt nichts mehr. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als den Ist-Zustand unseres
Lebens endlich zu akzeptieren.
Zudem sollten wir endlich aufhören, uns schuldig zu fühlen. Weil in unserem Leben nichts
schief gelaufen ist und wir niemals falsch gehandelt haben, gibt es aus diesem Denken
heraus auch keine Schuld. Schuld entsteht nämlich nur in der Verurteilung oder in der
Bewertung und wird von uns immer dann erfahren, wenn wir unser Wirken aus einer
einseitigen Perspektive betrachten. Genauso wie es nicht hilfreich ist unsere Mitmenschen
für schuldig zu erklären, sieht es mit den von uns nach außen projizierten
Lebensumständen aus, wie das Schicksal, das Universum, Gott oder einfach das Leben
selbst. Macht auch bitte kein Karma dafür verantwortlich, dass es Euch aktuell schlecht
geht. All das sind wiederum Versuche Eures begrenzten Verstandes, die Wahrheit nicht
erkennen zu müssen, um Euer Leben nicht voll und ganz akzeptieren zu müssen. Denn Ihr
SEID Euer Schicksal, Euer Karma. Und solange Ihr dies nicht anerkennt, solange ihr gegen
Eure widrigen Lebensumstände noch ankämpft, solange werdet Ihr sie auch nicht ändern
können.
Darum gibt es aus meiner Sicht absolut nichts zu tun, außer die Verantwortung für Euer
Leben zu übernehmen und dieses vollkommen anzuerkennen. Damit ist allerdings kein
hilfloses "sich Ergeben" oder ein fatalistisches "Ich kann ja doch nichts
ändern" gemeint, denn hierbei würden wir weiterhin in den alten und uns
behindernden Mustern stecken bleiben. Ich spreche richtigerweise von einem Bejahen dieser
Geschehnisse in der Gewissheit, dass das Leben uns damit nicht schaden will. Dann sind wir
in dem vollen Vertrauen, in diesen schwierigen Lebenslagen vollkommen geführt zu werden.

Seelenwege
- Der freie Wille -
Unser Leben annehmen
Selbst-Vertrauen
- Suche nach Sicherheit
Du bist OK!
- Danksagung
Nachtrag

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