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Nachtrag zum Thema der
Selbstfindung

Vom Januar 2004

Die Texte in diesem Büchlein sind in einer
Zeit entstanden, in der ich mich intensiv mit der persönlichen Selbstfindung
beschäftigte. Dazu gehört für mich insbesondere die Auseinandersetzung mit den
Krisensituationen in unserem Leben. In diesem Nachtrag möchte ich aufzeigen, dass wir,
wenn wir diesen Weg gehen, auch einen wirklich hilfreichen positiven Einfluss auf unsere
Gesellschaft haben und damit sogar zur Weiterentwicklung der Menschheit beitragen.
Schon immer habe ich mich für den Sinn unseres Daseins interessiert, und zwar sowohl
persönlich, wie auch bezogen auf die Menschheit und den Planeten Erde. Ich habe mich
gefragt, weshalb wir Menschen mit so unterschiedlichen Lebensbedingungen zur Welt kommen?
Die einen werden gesund geboren, andere krank oder behindert. Kinder in reichen Familien
haben ganz andere Entwicklungsmöglichkeiten als solche aus armen Verhältnissen.
Entscheidend ist auch, ob jemand im westlichen oder östlichen Kulturraum aufwächst, ob
im Mittelalter oder in der heutigen Zeit. So unterschiedlich diese Existenzen auch sind,
ich hatte das Gefühl, das jede einerseits seinen individuellen Sinn, andererseits aber
auch einem höheren Sinn oder Ziel dient. Und damit verbunden waren für mich auch die
Fragen, wo wir als Menschheit herkommen und wohin wir gehen?
Da mir die Vorstellungen der christlichen Kirchen nicht weiterhalfen, beschäftigte ich
mich näher mit den östlichen Weltanschauungen und fand Antworten in der Lehre der
Reinkarnation. Für mich inkarniert sich eine Seele im Laufe unserer Erdengeschichte immer
wieder in einen menschlichen Körper, um sich selbst zu erfahren und an dem Erlebten zu
wachsen. Unsere Fähigkeiten und Potentiale sind die schon vorhandenen Erfahrungen aus den
vergangenen Inkarnationen, die Probleme und Schwierigkeiten in diesem Leben kennzeichnen
unsere jetzigen Lernthemen. Zusammengenommen beschreiben sie die an einer früheren Stelle
erwähnten Seelenprägungen.
Das Entscheidende an unserem Erdendasein ist die Möglichkeit sich zu erfahren in dem
Bewusstsein des Getrenntseins von uns selbst. Diese Trennung beginnt mit unserer Geburt,
wenn wir uns aus der Einheit und Geborgenheit des Mutterschosses herausbegeben. Bezogen
auf die Menschheit wird dies in der biblischen Geschichte mit der Vertreibung aus dem
Paradies deutlich, in welcher Adam und Eva von der Frucht des Baum der Erkenntnis des
Guten und des Bösen aßen. Ein für mich sehr passendes Bild bis auf die Tatsache, dass
es sich aus meiner Sicht nicht um eine Vertreibung aus dem Paradies handelte, sondern die
bewusste und frei gewählte Entscheidung der Seelen gewesen ist, diesen Erkenntnisweg zu
gehen.
Wir kommen also aus dem Bewusstsein der Einheit mit Gott oder der Schöpfung hierher in
diese Welt und fühlen uns verlassen, alleine und deshalb nicht geliebt. Wir wissen aber
noch, wie schön es vorher im Paradies gewesen ist und sehnen uns dorthin zurück. Diese
Sehnsucht ist unser Antrieb und unsere Motivation, einen Weg zurück in die Ganzheit zu
finden und entwickeln uns dadurch geistigseelisch weiter. Das Gefühl des Geliebtseins
erinnert uns immer wieder an diese wunderbare Zeit, weshalb wir uns auch so gerne
verlieben und dann wie im siebten Himmel schweben. Gehen Beziehungen dagegen auseinander,
fallen wir wieder zurück auf die Erde und werden uns unseres Verlassenseins und unseres
Alleinseins wieder schmerzhaft bewusst.
Unsere Seele vergleiche ich gerne mit dem Bild eines Puzzle, in welchem die einzelnen
Puzzle-Teilchen unsere Lernerfahrungen darstellen. Jede Seele ist einzigartig und setzt
sich aus den individuellen Erlebnissen aller unserer irdischen Inkarnationen zusammen. Das
Ziel dieses Seelenweges liegt in der Entwicklung hin zu einem bewussten
selbstverantwortlichen Wesen. Haben wir dies erreicht, ist also unser Seelen-Puzzlebild
komplett, brauchen wir nicht mehr auf der Erde zu inkarnieren und setzen unseren
Entwicklungsweg auf anderen Bewusstseinsebenen in anderen Erfahrungswelten fort.
Der Kosmos, Gott oder die Schöpfung bieten uns hier auf der Erde vielfältige
Möglichkeiten der Selbsterfahrung. Eine Seele hat den freien Wille tun und lassen zu
können, was sie möchte, bzw. was immer sie mit anderen Seelen vereinbart. Kriege und
jegliche Form von Gewalt sind für mich aus der Seelen-Ebene betrachtet, untereinander
vereinbarte Erfahrungswege. So schwer diese für uns oft sein mögen, wir können darauf
vertrauen, immer die Kraft und das Potential mitzubekommen, um die von unserer Seele
bestimmten Lebenssituationen zu meistern.
Doch wie sieht dies im praktischen Alltag aus? Die Schwierigkeiten, welche uns in den
Beziehungen zu unseren Mitmenschen in den unterschiedlichen Lebensbereichen begegnen,
zeigen uns unsere innere Einstellung zu den Themen und was es daran zu lernen gibt. Anders
ausgedrückt stellen sie die Puzzle-Teilchen dar, welche jetzt in die Seele integriert
werden sollen. Die Ursachen für diese Konflikte liegen somit bei uns selber und lassen
sich von uns auch nur mit einer anderen Einstellung und mit einem anderen Verhalten
gegenüber unseren Mitmenschen klären. Da dieses "bei sich selber suchen"
natürlich unangenehm ist, projizieren wir die Ursachen gerne auf unsere Umwelt und geben
ihnen die Schuld. Damit lösen wir aber keines unserer Konflikte, denn die Umwelt ist nur
unser Spiegelbild, welches uns zeigt, wie es in unserem Inneren aussieht. Und erst wenn
wir das Problem wirklich bei uns selber gelöst haben, verändert sich damit auch das
Verhalten des Spiegels, also das unserer Mitmenschen zu uns.
Konkret heißt das: verurteilen wir, werden wir verurteilt, säen wir Unfrieden, ernten
wir auch Gewalt und Auseinandersetzung. Oder, finden wir andersherum Frieden in uns
selbst, strahlen wir diesen auf unsere Mitmenschen aus, die uns dann auch in Frieden
begegnen. Frieden wahrhaftig zu leben ist aus meiner Sicht auch die einzige Möglichkeit,
eine wirklich friedvollere Welt zu erschaffen. Und da können wir überall beginnen, wo
uns in unserem Umfeld Konflikte begegnen: in der Familie, im Umgang mit den Nachbarn oder
am Arbeitsplatz. Das gleiche gilt natürlich auch für die Auseinandersetzung mit dem sog.
"Bösen", bei dem es sich um unsere nach außen projizierten eigenen dunklen
Anteile handelt. Wir wollen lieber zu den Guten gehören und verdrängen in uns deshalb
schlechte Eigenschaften. Doch jeder Versuch, diese "Übel" in uns zu bekämpfen
zu wollen, ist immer nur ein aussichtsloser Kampf gegen uns selbst.
Die hier beschriebene Sichtweise über unser irdisches Dasein bietet uns die Möglichkeit,
auf unsere Umwelt wirklich positiv einzuwirken, ohne zu missionieren, ohne aufwendige
Überzeugungsarbeit, einfach (nur) vorleben! Seit den 60er Jahren begeben sich immer mehr
Menschen auf diesen Weg der Selbstfindung oder Selbstbewusstwerdung und tragen so ihren
Teil zu einer zwar langsamen aber stetigen Veränderungen in der Welt bei. Dieses
Geschehen ist einzigartig, da er sich nicht wie bisher nur um die Verbreitung einer Idee
handelt, welche das Zusammenleben der Menschen auf unserem Planeten verbessern möchte,
sondern sie wirkt in Form einer Transformation: wir verändern uns und ändern damit die
Welt. Vergleichbar mit einer Raupe, die zu einem Schmetterling wird, so entpuppt sich die
Menschheit und entfaltet dabei ihre ganze Schönheit und Kraft.
Und wo führt uns dieser Wandel hin? In dem wir unser inneres Getrenntseins überwinden,
finden wir wieder zurück in das Bewusstsein der Einheit mit Gott oder der Schöpfung und
nehmen alles um uns herum wieder als göttlich wahr. Sehen wir auch unsere Mitmenschen als
Aspekte der einen allumfassenden göttlichen Schöpfung, können wir sie vollkommen
respektieren, annehmen und lieben, wie sie sind. Das führt uns dann in eine Welt, welche
von den einen als das Neue Goldene Zeitalter bezeichnet wird, andere nennen es die
Verwirklichung des Himmels auf Erden oder die Rückkehr ins Paradies. Eine Welt, in
welcher der Mensch zum wahren Mensch-Sein gefunden hat.
Ich freue mich sehr, wenn Sie diesen Weg gemeinsam mit immer mehr Gleichgesinnten gehen
möchten!
Ihnen alles Gute und Liebe,
Stefan Andromis Herbert

Seelenwege
- Der freie Wille -
Unser Leben annehmen
Selbst-Vertrauen
- Suche nach Sicherheit
Du bist OK!
- Danksagung
Nachtrag

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